Retro

Retro steht für den Rückgriff auf Produkte und Designs aus der Vergangenheit, wenn ein neues Produkt entworfen oder auf den Markt gebracht wird: Das Design neuer Produkte ist nicht so sehr eine Kopie eines früheren Produkts, sondern ist von diesem inspiriert und verweist darauf. In den letzten zehn Jahren wurde Retro immer beliebter. Das Retro-Phänomen tritt in vielen Bereichen auf, etwa in den Bereichen Bildende Kunst, Kleidung, Architektur, Musik, Fahrräder, Möbel, Computer, Computerspiele und Websites.

Um die Jahrtausendwende wurde der Retro-Stil in der Architektur in verschiedenen Gemeinden in den Niederlanden angewandt. Dies bezieht sich oft auf Wohnstile aus den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts, mit Details wie größeren Dachüberständen und kleineren Fenstern, manchmal in Teile aufgeteilt. Der Stil ist manchmal aus dem frühen Wohnungsbaugesetz (siehe Beispiel unten) und der Amsterdamer Schule (Baustil) abgeleitet. Bemerkenswert ist jedoch, dass es sich um (manchmal teurere) Eigentumswohnungen handelt. Manchmal wird ein völlig freier Baustil angewendet, der höchstens von einer schwer zu interpretierenden Vergangenheit inspiriert ist, wo die Grenze zum Kitsch manchmal nicht einfach zu ziehen ist. Die Detaillierung ist manchmal bemerkenswert: Fenster oder Fensterläden, die bereits während des Baus vermauert wurden und dauerhaft an der Fassade befestigt sind. Beispiele finden sich an vielen Orten in den Niederlanden, so dass hier einige Beispiele genügen werden: das Brandevoort-Viertel in Helmond und Teile des Schuytgraaf-Viertels in Arnheim. In diesem historisch verweisenden Stil wird oft eine historisierende Sprache verwendet: “s” wird “z”, “Zwiebel” wird “uy”, “d” wird “t” und solch ein Erstaunen. Auch in der Vergangenheit werden Bezugsbegriffe als “Weste” und dergleichen verwendet.

Menschen und Strömungen, die Wert auf Innovation und Originalität legen, sehen das Phänomen Retro als eine Form von Niedergang und Regression. Aber Menschen, die aus der postmodernen Tradition denken, glauben auch, dass Stile, die auf Formmoderne basieren, regressiv sind und (in dieser Postmoderne paradoxerweise) nicht originell sind. Zum Beispiel gibt es eine wichtige modernistische Tradition in der Architektur. Aus dieser modernistischen Tradition wird die Retro-Architektur (auch Neotraditionalismus genannt) angegriffen. Übrigens sehen andere moderne Bewegungen das Retro-Phänomen als Respekt für bestimmte traditionelle Werte und ein Bedürfnis nach Identität.

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